Enttäuschende Antwort unseres Bürgermeisters auf unsere Anfrage zu Plätzen für Klimabäume!

Die Darstelllungen unseres Bürgermeisters erfolgten sehr ausführlich auf fünf Seiten, dabei nur zweimal: „Gegen Neupflanzungen bestehen grundsätzlich keine Einwendungen…“ ABER:

Ganz im Vordergrund stand die umfangreiche Erörterung des Aufwands für Planung, Pflanzung, Pflege und Verkehrssicherung. Es wurde dargestellt, das regelmässig Anwohner Dachrinnenverstopfungen mitteilen, nicht mehr genug Licht in die Wohnräume komme und die Wurzeln die Gehwege verformen. Dass auf Heininger Markung überdurchschnittlich viele Bäume stünden und schliesslich, dass die Treibhaus-Emissionen in Deutschland seit 1990 deutlich gemindert seien. „Für fachlich aufwändige Baumpflegemassnahmen und -Kontrollen gibt die Gemeinde regelmässig zwischen 25.000 und 30.000 Euro aus.“

Wir Grüne bezweifeln nicht, dass insbesondere innerörtlich der Einsatz erheblich ist und es fällt uns keineswegs schwer, das bereits vorhandene Engagement zu würdigen. Fast 1500 Bäume innerhalb des Orts sind gut und sicherlich überdurchschnittlich. Dafür sprechen wir ausdrücklich unseren Dank aus und sind überzeugt, dass wir dies stellvertretend für sehr viele Bürger tun.

Besser aber wäre es unserer Meinung nach, sich jetzt nicht auszuruhen, vorhandene weitere Plätze zu nutzen und sich so der Aktion der Baden-Württembergischen Gemeindetags anzuschliessen: 1000 Bäume für 1000 Kommunen. (https://www.gemeindetag-bw.de/internet/themen/eine-million-bäume-für-baden-württemberg). Wir Grüne wollen damit anfangen.

Unsere Enttäuschung bezieht sich also auf das Verhältnis der mehrseitigen ausführlichen Darstellung von Aufwand und Problemen im Vergleich zu zweimal „keine Einwendungen“. Aktive Befürwortung der Vermehrung unserer lebenswichtigen Sauerstoffspender und CO2-Sauger -auf geeigneten Plätzen und mit vernünftigem Einsatz- sieht anders aus und fühlt sich anders an. Es wurde kein einziger geeigneter Platz genannt !

Wir hätten uns gewünscht, dass zumindest ausdrücklich der Wille zum Vorschein käme: „Ja, wir wollen das“ trotz grossem Aufwand und notwendigen Gesprächen.

Unsere Fragen und die Begründung sind:

  • wie die Nachpflanzung von Bäumen auf dem neu gestalteten Rathausplatz geplant ist, um die Aufheizung der Pflasterfläche zu minimieren und das Mikroklima zu verbessern
  • welche Bäume auf gemeindeeigenen Flächen in den letzten Jahren abgegangen sind und wie sie zeitnah ersetzt werden sollen
  • auf welchen innerörtlichen Flächen und Strassenrändern ZUSÄTZLICHE Bäume gepflanzt werden können, um einen –wenn auch kleinen- Beitrag zur Abwendung der drohenden globalen Klimakrise zu leisten. Ein Beispiel für eine bepflanzbare Fläche von sicherlich vielen scheint uns an der Mühlstrasse gegenüber der Haus Nr. 19 gegeben zu sein.
  • wie innerhalb unserer Bebauungsgebiete die fachliche Richtlinie eingehalten werden kann, ein Wurzelraumvolumen von mind. 15 m³ pro Baum bereit zu stellen
  • wie eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Baumpflege und -versorgung incl. des Wurzelraumes sichergestellt werden kann bzw. ob dies bereits umfänglich der Fall ist

Begründungen:

  1. Die auf unserer Erde vorhandenen „schnellen“ Hauptsysteme zur Bindung von CO2 (Vegetation und Humusbildung) sind angesichts des Anstiegs der CO2-Konzentration von 280 auf über 400 ppm (Teile pro Million) in unserer Atmosphäre seit dem Jahr 1750 überfordert. (Nachtrag am 1.3.20 zur Entwicklung der CO2-Konzentration in der Luft: In den letzten 800.000 Jahren hatte der Durchschnitt mit kleinen Abweichungen bei 230 ppm gelegen. Der Anstieg der letzten 270 Jahre ist also gigantisch.) Die Folgen sind globale Temperaturerhöhung und Übersäuerung der Weltmeere. 
  2. Wir möchten entsprechend dem Grundsatz „Global denken, Lokal handeln“ alle –zunächst innerörtlichen- geeigneten gemeindeeigenen Flächen mit einzelnen oder wo möglich mit Gruppen von zusätzlichen Bäumen bepflanzen und gleichzeitig darauf achten, dass in jüngerer Zeit weggefallende Bäume zeitnah adäquat ersetzt werden.
  3. Bäume können CO2 binden, jeder Baum im Schnitt 10 kg CO2 pro Jahr.  Dabei stellt die Tatsache, dass in manchen Ländern Milliarden von Bäumen abgeholzt oder verbrannt werden bzw. verbrennen, keinen Grund zur Resignation dar, sondern einen weiteren Ansporn.
  4. Stressforscher kommen zu dem Ergebnis, dass  jeder Baum, der IN einer Gemeinde gepflanzt wird, eine öffentliche Gesundheitsmassnahme darstellt. Grünanlagen führen beim Menschen nachweislich direkt zu Entspannung und Stressreduktion. Alles Grün, besonders aber Bäume vermindern die sommerliche Aufheizung von Strassen, gepflasterten Plätzen und Mauern. Aus weniger Hitze und mehr Grün  resultiert somit eine Verminderung der klimabedingten und allgemeinen Stressbelastung. Innerörtliche Blätterdächer sind darüber hinaus eine Einladung zu gemeinsamer Zeit im Freien.