Leben ohne Plastik – (wie) kann das gelingen?

Um diese Frage ging es letzte Woche im Bürgersaal und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher bekamen interessante Informationen von Fachleuten aus unterschiedlichen Erfahrungsbereichen. Anette Herzberger schilderte anschaulich die Situation in ihrem Laden. Einige Produkte können unverpackt angeboten werden. Gern füllt sie den Kundinnen und Kunden in eigene Behältnisse ab – wie auch in anderen Bad Boller Läden. Auch gab sie einen Einblick in ihre Gespräche mit Herstellern, etwa von Waschmitteln, die im Flüssigbereich noch keine Alternative zu Plastikverpackungen sehen. Frau Kozlova von der Wala zeigte die Anforderungen an den Produktschutz auf. Eine ohne Konservierungsmittel hergestellte Creme darf nicht beim Gebrauch Verschmutzungen ausgesetzt sein, wie etwa in einem Tiegel. Umso wichtiger ist sortenreines Plastik, das recycelt werden kann. Bernhard Lehle, Fachmann in einer Entsorgungsfirma, unterstrich dieses Argument und wartete mit Zahlen auf, etwa dass Deutschland Spitzenreiter in der Plastikerzeugung ist, wovon nur 9 % recycelt und 12% verbrannt werden. Vieles landet auf Halden außerhalb Europas. Frau Uhlig machte humorvoll und sehr motivierend Mut zum eigenen Ausprobieren. Die Treiber in ihrer Familie sind die beiden 11 und 13 Jahre alten Söhne. Sie erntete große Bewunderung als sie aufzeigte, in wie vielen Bereichen Alternativen zum Plastikeinsatz möglich sind. Entsprechend war sie am Schluss noch umgeben von einer Traube interessierter Menschen, die nach Tipps fragten. Neben der Notwendigkeit das eigene Verbraucherverhalten zu verändern, ging es auch um die Rahmenbedingungen, die von der Politik gesetzt werden müssen.