Wahlprogramm Geislingen 2024

Wir, die Geislinger Grünen des Ortsverbandes Helfensteiner Landes, wollen uns weiterhin für ein liebens- und lebenswertes Geislingen einsetzen. Wir stehen dabei vor vielfältigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Der Klimawandel, der wirtschaftliche Strukturwandel, die Bildungslandschaft, die Mobilitätswende, Integration oder auch soziale Gerechtigkeit sind nur einige der Themen, die unser Handeln bestimmen werden.
Was genau wir vorhaben? Lest selbst! Wir laufend ergänzt:

Nachhaltiger Städtebau: Sicherung der Klimaresilienz und Reduktion der Parkierung für kleinere Städte

Nachhaltiger Städtebau ist ein entscheidender Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels und zur Verbesserung der Lebensqualität in urbanen Gebieten. Kleine Städte wie Geislingen, mit einer Einwohnerzahl von 20.000 bis 50.000, haben das Potenzial, innovative Lösungen umzusetzen, die sowohl ökologische als auch soziale Vorteile bieten. Dieser Text beleuchtet die Notwendigkeiten zur Sicherung der Klimaresilienz, Strategien zur Reduktion der Parkierung und die daraus resultierenden Vorteile für die Bewohner*innen aus Klimaschutz-Sicht, Umweltsicht und für eine bessere Lebensqualität. Zusätzlich wird auf Fördermittel des Bundes und des Landes Baden-Württemberg eingegangen, die diese Maßnahmen unterstützen können.

Sicherung der Klimaresilienz

Grünflächen und urbane Landwirtschaft

Eine zentrale Strategie zur Verbesserung der Klimaresilienz ist die Schaffung und Erhaltung von Grünflächen sowie die Förderung urbaner Landwirtschaft. Grünflächen tragen zur Minderung des städtischen Wärmeinseleffekts bei, indem sie für Kühlung sorgen und die Luftqualität verbessern. Urbane Landwirtschaft bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärkt auch die lokale Lebensmittelproduktion und verringert Transportemissionen.

Dies könnte Geislingen als Grundsatz für weitere Grünplanungen beschließen, so dass dies bei neuen Planungen stets beachtet und abgefragt wird. Die Geislinger Stadtplaner können diese bei eigenen Bauvorhaben direkt umsetzen. Stichworte hierzu: neues Gymnasium, neue Kindergärten usw.

Wassermanagement

Ein effektives Wassermanagement ist unerlässlich, um Städte gegen extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Dürreperioden zu schützen. Regenwassernutzungssysteme, grüne Dächer und durchlässige Oberflächen können helfen, Wasser zu speichern und Abflüsse zu kontrollieren. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Überschwemmungen zu verhindern und das Grundwasser zu sichern.

In der Geislinger Vergangenheit wurde hier viel in Wasserrückhaltebecken investiert. Es sollte aber über die Landesvorschriften hinaus vorteihafte Maßnahmen gefördert werden.

Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Die Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden und die Integration erneuerbarer Energien sind Schlüsselfaktoren für nachhaltige Städte. Energetische Sanierungen, der Einsatz von Solar- und Windenergie sowie smarte Stromnetze können den Energieverbrauch erheblich reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.

Reduktion der Parkierung

Förderung des öffentlichen Nahverkehrs

Eine der effektivsten Maßnahmen zur Reduktion der Parkierung ist die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Der Ausbau und die Verbesserung der Anbindung von Bussen und Regionalzügen bieten den Bewohner*innen eine attraktive Alternative zum eigenen Auto. Ein gut vernetzter öffentlicher Nahverkehr reduziert den Bedarf an Parkplätzen und mindert Verkehrsstaus.

Carsharing und Mikromobilität

Carsharing-Programme und die Förderung von Mikromobilität, wie Fahrräder und E-Scooter, können ebenfalls zur Verringerung der Parkierungsbedarfe beitragen. Diese Alternativen bieten flexible und umweltfreundliche Fortbewegungsmöglichkeiten, die den Autoverkehr reduzieren und Platz für andere Nutzungen schaffen.

Stadtplanung und Parkraumbewirtschaftung

Eine durchdachte Stadtplanung kann die Parkierung erheblich beeinflussen. Die Schaffung von autofreien Zonen, die Umwandlung von Parkplätzen in öffentliche Räume und die Implementierung von Parkraumbewirtschaftungssystemen sind wirksame Strategien. Durch die Erhebung von Parkgebühren und die Begrenzung von Parkplätzen wird der Anreiz zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erhöht.

Vorteile für die Bewohner*innen

Klimaschutz-Sicht

Die Reduktion der Parkierung und die Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen tragen erheblich zum Klimaschutz bei. Weniger Autos auf den Straßen bedeuten geringere Treibhausgasemissionen und eine Reduktion der Luftverschmutzung. Dies führt zu einer Verringerung des städtischen CO2-Fußabdrucks und unterstützt die globalen Klimaschutzziele.

Umweltsicht

Aus Umweltsicht bieten nachhaltige Städte viele Vorteile. Mehr Grünflächen und weniger versiegelte Flächen verbessern die Biodiversität und schaffen Lebensräume für Flora und Fauna. Eine verbesserte Luft- und Wasserqualität trägt zur Gesundheit der städtischen Ökosysteme bei und macht Städte widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.

Lebensqualität

Für die Bewohner*innen bedeutet nachhaltiger Städtebau eine höhere Lebensqualität. Weniger Verkehr und mehr Grünflächen führen zu einer ruhigeren und gesünderen Umgebung. Öffentliche Räume, die für soziale Interaktionen und Freizeitaktivitäten genutzt werden können, fördern das Gemeinschaftsgefühl und das Wohlbefinden. Zudem sorgt eine verbesserte Luftqualität für geringere Gesundheitsrisiken und eine höhere Lebensqualität.

Beispiele aus kleineren Städten

Tuttlingen, Deutschland

Tuttlingen mit rund 35.000 Einwohnern ist ein Beispiel für eine Stadt, die nachhaltigen Städtebau erfolgreich umsetzt. Die Stadt hat in den Ausbau von Radwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln investiert, um den Autoverkehr zu reduzieren. Grünflächen wurden erweitert und öffentliche Plätze neu gestaltet, um die Lebensqualität zu erhöhen.

Schwäbisch Hall, Deutschland

Schwäbisch Hall mit etwa 40.000 Einwohnern setzt auf eine Kombination aus erneuerbaren Energien und energieeffizienten Gebäuden. Die Stadt hat umfangreiche Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Altbauten ergriffen und fördert die Nutzung von Solarenergie. Zudem wurde ein umfassendes Regenwassermanagementsystem implementiert, um die Klimaresilienz zu erhöhen.

Bad Waldsee, Deutschland

Bad Waldsee, eine Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern, hat ein erfolgreiches Carsharing-Programm eingeführt und fördert aktiv die Nutzung von E-Bikes. Durch die Umwandlung von Parkflächen in grüne Erholungsgebiete und die Schaffung von autofreien Zonen konnte die Stadt die Lebensqualität ihrer Bewohner*innen deutlich verbessern.

Fördermittel durch Bund und Land Baden-Württemberg

Bundesfördermittel

Der Bund stellt verschiedene Fördermittel für nachhaltigen Städtebau zur Verfügung. Programme wie die „Nationale Klimaschutzinitiative“ (NKI) bieten finanzielle Unterstützung für Projekte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Zudem gibt es Förderprogramme für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Implementierung von Carsharing-Systemen.

Fördermittel des Landes Baden-Württemberg

Baden-Württemberg bietet ebenfalls zahlreiche Fördermöglichkeiten für nachhaltige Städtebauprojekte. Das Programm „Klimopass“ unterstützt Städte und Gemeinden bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Förderungen gibt es auch für energetische Sanierungen, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Entwicklung von Grünflächen. Das Land unterstützt zudem den Ausbau von Radwegen und die Förderung nachhaltiger Mobilität.

Beispiele für konkrete Förderprojekte

  1. KfW-Förderung: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für energetische Sanierungen und den Bau energieeffizienter Gebäude. Städte können diese Mittel nutzen, um die Energieeffizienz ihrer öffentlichen Gebäude zu verbessern und neue, klimafreundliche Bauprojekte umzusetzen.
  2. Klimaschutz-Plus: Dieses Programm des Landes Baden-Württemberg unterstützt kommunale Klimaschutzprojekte, einschließlich Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Förderung erneuerbarer Energien. Mittel aus diesem Programm können für Projekte wie die Installation von Solaranlagen oder die Modernisierung von Heizsystemen verwendet werden.
  3. Fahrradförderung: Baden-Württemberg bietet spezifische Fördermittel für den Ausbau von Radinfrastruktur. Dies umfasst den Bau neuer Radwege, die Schaffung sicherer Abstellmöglichkeiten und die Förderung von Bike-Sharing-Programmen.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Bewusstsein und Bildung

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg nachhaltiger Städtebauprojekte ist das Bewusstsein und die Bildung der Bevölkerung. Information und Aufklärung über die Vorteile nachhaltiger Maßnahmen können die Akzeptanz und Beteiligung der Bewohner*innen erhöhen. Bildungskampagnen und partizipative Planungsprozesse tragen dazu bei, dass die Gemeinschaft aktiv in den Wandel eingebunden wird.

Finanzielle Ressourcen

Die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen erfordert oft erhebliche finanzielle Investitionen. Förderprogramme, öffentliche-private Partnerschaften und innovative Finanzierungsmodelle können helfen, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen. Langfristig führen diese Investitionen jedoch zu Einsparungen durch reduzierte Umwelt- und Gesundheitskosten.

Politische Unterstützung

Politische Unterstützung und klare gesetzliche Rahmenbedingungen sind essenziell für die Umsetzung nachhaltiger Stadtentwicklung. Lokale Regierungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Planung und Implementierung von Maßnahmen. Durch die Schaffung eines unterstützenden politischen Umfelds können nachhaltige Initiativen gefördert und erfolgreich umgesetzt werden.

Fazit

Nachhaltiger Städtebau und die Sicherung der Klimaresilienz sind für kleinere Städte nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bewohner*innen. Durch die Reduktion der Parkierung, die Förderung grüner Infrastruktur und den Ausbau nachhaltiger Mobilitätslösungen können Städte widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels werden und gleichzeitig eine gesündere und lebenswertere Umgebung schaffen. Die Beispiele aus Tuttlingen, Schwäbisch Hall und Bad Waldsee zeigen, dass dies durch eine Kombination aus politischem Willen, finanziellen Investitionen und der Einbindung der Gemeinschaft erreicht werden kann. Fördermittel von Bund und Land Baden-Württemberg spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie finanzielle Unterstützung für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen bieten. Nachhaltige Städtebauprojekte sind somit ein wesentlicher Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und lebenswerten urbanen Gesellschaft.

Bürgerschaftliches Engagement stärken
Wir setzen uns ein für mehr bürgerschaftliches Engagement, denn wir sehen folgende Punkte als Chancen für Geislingen

  1. Stärkung der Gemeinschaft: Bürgerschaftliches Engagement trägt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts bei, indem es Menschen aus verschiedenen Hintergründen und Lebensbereichen zusammenbringt. Dies fördert ein Gefühl der Solidarität und Zusammengehörigkeit innerhalb einer Gesellschaft.
  2. Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen: Viele gesellschaftliche Probleme können durch das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern effektiv angegangen werden. Ob es darum geht, Obdachlosigkeit zu bekämpfen, die Umwelt zu schützen oder Bildung zu fördern, engagierte Personen können einen bedeutenden Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten.
  3. Stärkung der Demokratie: Bürgerschaftliches Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil einer lebendigen Demokratie. Wenn Bürgerinnen und Bürger aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen, sei es durch ehrenamtliche Tätigkeiten, politische Beteiligung oder zivilgesellschaftliche Organisationen, wird die Demokratie gestärkt und die Legitimität der Regierung erhöht.
  4. Förderung von Empathie und Verständnis: Durch die direkte Interaktion mit verschiedenen Menschen und Gemeinschaften im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements können Vorurteile abgebaut werden. Dies fördert ein besseres Verständnis und Mitgefühl für die Bedürfnisse anderer und trägt zur Schaffung einer inklusiven und toleranten Gesellschaft bei.
  5. Effektive Nutzung von Ressourcen: Bürgerschaftliches Engagement kann dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen, indem es lokale Kenntnisse und Fähigkeiten mobilisiert, um Probleme auf lokaler Ebene anzugehen. Dies kann dazu beitragen, Kosten zu senken und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Lösung von Problemen zu erhöhen.
  6. Stärkung des individuellen und kollektiven Wohlbefindens: Engagierte Personen profitieren sowohl persönlich als auch gesellschaftlich von ihrem Engagement. Es kann zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl, einem Sinn für Erfüllung und einem größeren Glücksgefühl beitragen, sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene.
    Insgesamt ist bürgerschaftliches Engagement ein wichtiger Motor für positive Veränderungen in einer Gesellschaft. Indem wir mehr Menschen dazu ermutigen und die Bedingungen für Engagement verbessern, können wir eine lebendige, dynamische und gerechtere Gesellschaft aufbauen. Wir erwarten, dass die Leitlinien für die informelle Bürgerbeteiligung in Geislingen an der Steige beachtet, ein- und umgesetzt werden.
    Link: https://www.geislingen.de/fileadmin/Dateien/Dateien/PDF-Dateien/MACH5/Leitlinien_Buergerbeteiligung_Stand_2022.pdf


Senioren

In Geislingen leben viele fitte Menschen im Rentenalter, die unser kulturelles und soziales Leben gestalten (z.B. in der Rätschenmühle, im Diakonieladen, in der Freibadinitiative, im Carisattladen uvm.). Sie erhalten unsere volle Hochachtung und Dank. Ohne sie wäre Geislingen arm. Wo benötigt, sollen sie von Stadt und Verwaltung unterstützt werden.
Bei gesundheitlichen Einschränkungen wird Senior:innen in Geislingen durch vielfältige Gesundheitseinrichtungen das Leben erleichtert. Es gibt am Ort ein breites Ärzte- und Fachärztenetz, ebenso ambulante Gesundheitsdienste und ausgezeichnete stationäre Versorgung. Deshalb ist es besonders wichtig, dass im Gebäude der ehemaligen Helfensteinklinik die Kurzliegerstation, die Kurzzeitpflege und die Tagespflege für Senior:innen realisiert werden.
Für die stationäre (Pflegeheime) und die ambulante Versorgung erhalten wir Unterstützung aus der ganzen Welt. Pflegekräfte und junge Menschen, die den Beruf der Altenpfleger:in oder Gesundheitsmanager:in erlernen, kommen zu uns aus Afrika, Asien und Europa. Sie benötigen kulturelle, religiöse und altersentsprechende Kontaktmöglichkeiten. Sie sollen sich in Geislingen wohlfühlen, ihre Heimat finden, und in ihrer Stadt dann gerne bleiben und aktiv werden können. Darin benötigen sie die Unterstützung der Stadt. Wir arbeiten aktiv mit im Integrationsrat.
Einschränkungen kommen nicht erst mit dem Alter, deshalb ist die Initiative „SteiGle“, die sich diesem Thema kompetent widmet, ein Segen für Geislingen. Sie hat unser uneingeschränktes Vertrauen und ihre Expertisen sollen umgesetzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass ein Rollstuhlfahrer im Geislinger Stadtrat Mitglied wird. Wir freuen uns, dass Reinhard Grams bei den GRÜNEN kandidiert.


Barrierefreiheit und Inklusion

Barrieren verhindern oder erschweren die Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Sie finden sich in allen Lebensbereichen.

  • Schulen:
    o In Geislingen sind nur die Gymnasien barrierefrei. Kinder, die nicht laufen können, müssen zu geeigneten Schulen gefahren werden. Dadurch verlieren sie vertraute Kontakte und täglich viel Zeit in den Schulbussen. Jede Schule muss barrierefrei sein, damit Kinder nicht quer durch den Landkreis gefahren werden müssen.
  • Mobilität im öffentlichen Raum
    o Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, können viele Einkaufsmöglichkeiten, Museen, Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen, Restaurants, Apotheken und Arztpraxen nicht aufsuchen.
    o Menschen mit Sehbeeinträchtigungen benötigen Blindenleitsysteme und an Stufenkanten gut sichtbare Kontraststreifen, um nicht zu verunglücken.
    o Kopfsteinpflaster, wie es in der Geislinger Fußgängerzone verlegt ist, verursacht bei vielen Rollatornutzern Schmerzen in den Gelenken. Rollstuhlfahrer kommen nicht gut voran. Kleine Räder von Hilfsmitteln können in den Zwischenräumen steckenbleiben. Für andere Fußgänger stellen Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher eine Unfallgefahr dar.
  • Fehlende Toiletten
    o Veranstaltungen ohne Toiletten für alle sind exklusiv. Menschen, die keine Stufen überwinden können, benötigen barrierefreie Toiletten, um teilhaben zu können.
    o Jederzeit zugängliche öffentliche Toiletten sind in der ganzen Stadt notwendig. Diese müssen so beschaffen sein, dass sie von allen benutzt werden können. Übrigens gibt es im Bereich Altenstadt keine öffentliche Toilette!
  • Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln
    o Unterschiedliche Höhen zwischen Eisenbahnwagen und Bahnsteigen führen dazu, dass viele Menschen die Bahn nur nutzen können, wenn ein Bahnmitarbeiter hilft, z.B. indem er eine Rampe auslegt. Selbstbestimmt reisen geht anders.
    o Seit dem 1. Januar 2022 müssen alle Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut sein, wenn es aus Platzgründen möglich ist. In Geislingen wurden bis heute nur wenige Bushaltestellen umgebaut.
    o In den Fahrzeugen müssen Haltestellen optisch und akustisch angekündigt werden.
    Wir wollen erreichen, dass jeder Mensch in Geislingen am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Deswegen setzen wir uns dafür ein, das Geislingen eine barrierefreie und inklusive Stadt wird. Die Pflicht zur Barrierefreiheit wurde in der Vergangenheit häufig missachtet. Es kann nicht alles sofort umgesetzt werden, aber das, was getan werden kann, muss auch getan werden. 15 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland muss in Geislingen mit der Barrierefreiheit wirklich ernst gemacht werden.
    Ein barrierefreies Geislingen ist für alle gut, für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen ist es die Voraussetzung für ein Leben in Würde.


Fairer Handel

Geislingen ist seit 2013 Fairtrade-Stadt. Dies ist eine internationale Bewegung, die Städte, Schulen, Universitäten und Kindergärten auszeichnet, wenn diese den fairen Handel in ihren Alltagsaktivitäten umsetzen. In Geislingen bedeutet dies, dass im Rathaus und Gemeinderat ausschließlich fair gehandelter Kaffee und Tee getrunken wird. Wir haben im Stadtgebiet 2 faire Kindergärten und 2 faire Schulen, die sich dem Thema pädagogisch widmen. Denn partnerschaftlicher Welthandel verhindert Fluchtursachen. Er stärkt Frauen, Bildung und Gesundheitsversorgung in den Produktionsländern und schützt die Umwelt.
Wir haben die wunderschöne „Stadtschokolade“ mit Stadtansichten von Wolfgang Binder fotografiert und gestaltet, in 2 Geschmacksrichtungen und 10 Ansichten. Sie wird gut verkauft, vor allem im neuen I-Punkt.
Ebenso werden in fast allen Lebensmittelgeschäften fair gehandelte Waren angeboten, vor allem Kakaoprodukte. Einige Bäckereien bieten fair gehandelten Kaffee im Ausschank.
Es gibt den aktiven, ehrenamtlich betriebenen WELTLADEN am Ort, der neben Lebensmitteln auch Kunsthandwerk bzw. Upcycling und weitere umweltfreundliche Produkte anbietet. Dieser soll nach Kräften unterstützt werden, z.B. durch den Einkauf für städtische Präsente bzw. durch Nennung bei Präsentationen der Stadt.
Doch es ist „noch Luft nach Oben“, wie der OB Herr Dehmer selbst gesagt hat. Wir haben kein Restaurant, das fair gehandelten Kaffee anbietet. Die kommunale Beschaffung erfolgt noch nicht nach den Richtlinien des fairen Handels. Dies wäre möglich bei Textilien (Uniformen o.ä.), Pflastersteinen für Straßenbeläge, sowie bei Dienstleistungen aller Art. Deshalb sind wir froh, dass die Vorsitzende Petra Straile des betreibenden Vereins des WELTLADENs bei den GRÜNEN kandidiert und hier den Fokus setzt.