Großer Andrang bei politischem Abend mit Cem Özdemir in Uhingen

Foto: von li. n. re.: Julian Beier, Cem Özdemir, Dr. Mariska Ott

Am 05.02. war Cem Özdemir zu Gast im Uditorium in Uhingen. Die Halle war mit 427 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Interessierte konnten aufgrund der begrenzten Kapazitäten leider nicht mehr eingelassen werden. Für Cem Özdemir stand es außer Frage, dass er zunächst nach draußen ging, um kurz mit diesen Menschen zu sprechen, bevor er in Begleitung unserer Göppinger Landtagskandidatin Dr. Mariska und unseres Geislinger Landtagskandidaten Julian Beier unter großem Applaus das Uditorium betrat.

Unser Kreisvorstandsmitglied Stefanie Kuznik begrüßte die Gäste und erkundigte sich zunächst, wer denn schon mal bei einer Veranstaltung mit Cem Özdemir war. Nur wenige Hände gingen nach oben. Auch bei der zweiten Frage – wer schon mal auf einer Veranstaltung der Grünen war – meldete sich nur etwa die Hälfte. Dann bat sie die Göppinger Direktkandidatin auf die Bühne.

Mariska Ott nutzte die Gelegenheit, um sich zunächst kurz vorzustellen. Als Wirtschaftspädagogin, die seit über zehn Jahren in der freien Wirtschaft arbeite, bringe sie wertvolle Erfahrungen für die politische Arbeit im Landtag mit. Für einen Lacher sorgte sie mit der Aussage, dass man sich gar nicht zwischen ihr und Cem Özdemir entscheiden müsse, denn man könne sie einfach beide wählen. Anschließend ging sie auf ihre politischen Anliegen ein: Eine faire Chance für jeden Menschen, der sich in unserer Gesellschaft einbringen wolle, Klima- und Umweltschutz und das Zusammendenken von Ökonomie und Ökologie. Am Ende ihrer Rede wünschte sie sich für Baden-Württemberg einen Ministerpräsidenten, der nicht wie der bayrische Ministerpräsident nur über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen werde, sondern einer, der auch ernstgenommen werde und für politische Kontinuität sorgen könne – einer, der’s kann, und genau so einer sei Cem Özdemir.

Anschließend stellte sich auch der Geislinger Direktkandidat Julian Beier. Auch der 31jährige aus Gingen an der Fils ging zunächst auf seinen persönlichen Bildungs- und Lebensweg ein und verwies dabei auch auf seine Erfahrungen als Erstakademiker. Er machte deutlich, wie wichtig Chancengerechtigkeit, gesellschaftliche Offenheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Region seien. Inhaltlich setzte er Schwerpunkte unter anderem bei nachhaltiger Mobilität, der Stärkung von Kommunen, Digitalisierung und sozialer Verantwortung.

Dann betrat Cem Özdemir die Bühne. Dass er etwas angeschlagen war, war ihm nicht anzumerken. In seinem Beitrag verband er Perspektiven für die Region mit den großen politischen Herausforderungen unserer Zeit und zeigte auf, wie eng Fragen von Wirtschaft, Klima, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt miteinander verknüpft sind. Dabei machte er deutlich, dass es nicht um kurzfristige Schlagzeilen, sondern um langfristige Verantwortung und Vertrauen in politisches Handeln geht. Er sprach sich für einen starken Wirtschafts- und Industriestandort aus, der Innovationen fördert und zugleich ökologische Grenzen ernst nimmt, und betonte die Bedeutung einer verlässlichen Energiewende, die Kommunen, Handwerk und Industrie gleichermaßen mitnimmt. Immer wieder sorgten persönliche Momente und kurze Anekdoten für Auflockerung und Nähe. Mit augenzwinkernden Bezügen zum Handball, einer Leidenschaft, die Cem Özdemir mit vielen Menschen in der Region Göppingen teilt, sowie offenen Worten jenseits vorbereiteter Reden entstand eine Atmosphäre, in der Zuhören und gegenseitiger Respekt im Vordergrund standen.

Zum Abschluss des Abends standen die Fragen der Anwesenden im Mittelpunkt. Diese waren im Vorfeld gesammelt worden und bildeten die Grundlage für den gemeinsamen Austausch mit den beiden lokalen Direktkandidierenden und dem grünen Spitzenkandidaten.


Der politische Abend endete mit lang anhaltendem Applaus. Cem Özdemir blieb wie die meisten Gäste noch längere Zeit im Uditorium. Er beantwortete Fragen, ließ sich fotografieren und signierte Bücher.

Text: Volker Weinfurter