Energiewende in der Sackgasse? – Vortrag und Diskussion in Bad Boll

Gut 30 Interessierte kamen trotz der glühenden Hitze ins Alte Schulhaus nach Bad Boll. Das Schwitzen hat sich gelohnt.

Dipl. Ing. Michael Bader erläuterte in seinem spannenden Vortrag wo wir gerade stehen bei der Energiewende, wo es nicht gut läuft und was wir tun können, damit es besser läuft.

Derzeit sind wir noch überwiegend abhängig von fossilen Brennstoffen. Warum wollen wir das ändern? Wir müssen den Ausstoß von CO2 reduzieren, um unsere Klimaziele zu erreichen. Immer wichtiger aber werden wirtschaftliche und geostrategische Aspekte. Deutschland gibt im Jahr ca. 80 Milliarden Euro für den Import von fossilen Brennstoffen aus. Das Geld könnte man besser verwenden. Die aktuelle politische Entwicklung zeigt zudem schmerzhaft unsere Abhängigkeit und damit Erpressbarkeit von den Lieferanten auf, die den Rohstoff als Druckmittel einsetzen. Die Erneuerbaren sind billiger, im Land verfügbar und machen uns unabhängiger.

Auf Basis der Erneuerbaren führt eine durchgängige Elektrifizierung von Verkehr, Heizen und Industrieproduktion zu geringeren Kosten, CO2-Einsparung und mehr Unabhängigkeit. Elektroautos sind etwa dreimal so effizient wie Verbrenner. Das bedeutet, ich brauche nur ein Drittel der Energie für die gleiche Strecke. Wärmepumpen sind viermal effizienter als Ölheizungen.

PV und Wind sind inzwischen die kostengünstigste Form der Stromerzeugung. Elektrifizierung bedeutet Unabhängigkeit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.

Elektrifizierung ist also der Schlüssel für eine zügige Energiewende.

Für eine effiziente Nutzung der Erneuerbaren muss sich aber der Energieverbrauch der Erzeugung anpassen. Dafür müssen unsere Netze flexibler werden. Mit Smartmetern und intelligenten Netzen kann die Erzeugung und der Verbrauch von Strom bedarfsgerecht geplant und gesteuert werden.

Fazit: Die Energiewende ist nicht in der Sackgasse, braucht aber eine Neujustierung.

Bericht zur Kundgebung –…