Besuch in der Ferienstadt Geislingen: Wenn Kinder ihre eigene Stadt bauen

Am 1. September 2026 haben wir – die Grüne Jugend Göppingen und die Grüne Gemeinderatsfraktion Geislingen/der OV Helfensteiner Land – der Ferienstadt auf dem Geiselstein einen Besuch abgestattet. Seit über 40 Jahren verwandelt sich das Gelände dort für drei Wochen im Sommer in eine „Freie Republik Ferienstadt“, in der jede Woche rund 180 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren gemeinsam mit rund 35 ehrenamtlichen Betreuenden buchstäblich ihre eigene Stadt aus Holz bauen, verwalten und mit Leben füllen. Träger des Projekts ist der Stadtjugendring Geislingen e.V.

Eine Führung, die alles sagt

Empfangen wurden wir von zwei echten Profis: zwei Kinder aus der Ferienstadt haben uns durch „ihre“ Stadt geführt – vorbei an selbst gebauten Häusern, Türmen, einer kleinen Tierhaltung und unzähligen Ecken, in denen gerade irgendwo gehämmert, gemalt oder gespielt wurde.

Im Gespräch mit den Organisator:innen

Im Anschluss kamen wir mit dem Team ins Gespräch. Im Zentrum standen dabei die zunehmenden finanziellen Herausforderungen, die zentrale Bedeutung des Ehrenamts für die Stadt Geislingen, Wertschätzung und notwendiges Sponsoring für Projekte wie die Ferienstadt.

Es herrschte der breite Konsens in dieser Runde, dass solche Räume für Kinder und Jugendliche zentral sind, um gemeinsam zu lernen, zu spielen, sich zu entfalten und gemeinsame Abenteuer zu erleben. Tage- und wochenlang können sie sich hier frei entfalten und ausleben – auf eine Art, wie es sonst kaum irgendwo möglich ist. Es ist etwas Einmaliges und etwas, das es unbedingt zu erhalten gilt.

Sichtbar wurde bei allen Gesprächen vor allem eines: der unermüdliche Einsatz des gesamten Betreuenden-Teams. Wer hier mitarbeitet, ist von früh bis spät im Einsatz – aus Überzeugung, dass Kindern dieser Raum zusteht.

Ein Projekt unter Druck

So beeindruckend die Ferienstadt ist, so deutlich wurde auch: Projekte wie dieses stehen zunehmend unter finanziellem Druck. Steigende Preise für Material, Verpflegung und Infrastruktur der letzten Jahre machen es dem Team spürbar schwerer, das Angebot in der gewohnten Qualität aufrechtzuerhalten. Genau deshalb war der Appell aus dem Leitungsteam klar: Es wäre enorm wichtig, wenn ortsansässige Unternehmen aus Geislingen und der Umgebung dieses Engagement sehen und die Ferienstadt als Sponsor unterstützen würden.

Diesen Appell geben wir gerne weiter – und ergänzen ihn um unsere eigene Forderung: Ein Projekt, das seit über 40 Jahren Generationen von Kindern prägt, darf nicht am Geld scheitern. Es braucht eine verlässliche und ausreichende öffentliche Finanzierung, damit Ehrenamtliche auch in Zukunft die Rahmenbedingungen haben, die sie und die Kinder verdienen.

Unser Fazit

Die Ferienstadt ist ein einzigartiges Stück Geislinger Jugendarbeit – gelebte Gemeinschaft, gelebte Selbstwirksamkeit, gelebte Demokratie im Kleinen. Ein Projekt, das es zu erhalten gilt.

Wir bedanken uns herzlich beim gesamten Team der Ferienstadt für die offenen Türen, die spannenden Gespräche und die tolle Führung und wir setzen uns dafür ein, dass die Ferienstadt auch in Zukunft die Unterstützung bekommt, die sie braucht.

Schulmensa: Gemeinderat beschl…