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Geschlechtergerechtigkeit? Fehlanzeige! Bericht über unsere Veranstaltung am 18.05.2022 in Eschenbach, Technothermhalle


„Was wird aus Bubenblau und Mädchenrosa?“ fragte Rainer Vogl in seiner
Einleitung zur Veranstaltung der Grünen zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit –
Fehlanzeige!“. Mit einem Streifzug durch die Geschichte der Frauenfeindlichkeit stimmte der Vorstand des Ortsverbands Voralb der Grünen die Interessierten auf die
Podiumsdiskussion ein.
Susanne Häcker, Historikerin und Sprecherin des Landesarbeitskreises der Grünen
zur Frauenpolitik, erläuterte Ziel 5 der Agenda der Vereinten Nationen:
„Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur
Selbstbestimmung befähigen“. Ihr Fazit lautete, dass „eine Gesellschaft, in der
Frauen ihr volles intellektuelles, soziales und politisches Potenzial ausschöpfen
können, gleichzeitig auch eine sichere, gesunde und florierende Gesellschaft ist“.
Welche Chancen für Mitarbeit und Veränderung die evangelische Kirche für Frauen
bietet, stellte Kathinka Kaden, Pfarrerin aus Donzdorf vor. „Bleiben oder Gehen“, war
hier die Überschrift. Sie hob hervor, dass es in der dezentralen Organisation der
evangelischen Kirche viele Chancen für Veränderungen hin zu mehr
Gleichbeteiligung und Frauen in Führungspositionen gibt und ermutigte die
Teilnehmerinnen, sich zu engagieren.
Viel Aufmerksamkeit erhielt Nina Goldmann von der Grünen Jugend, die zu
„Feminismus und soziale Medien“ referierte. Sie wies anhand vieler Beispiele auf die
Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke für Frauen und Feminismus hin. So
konnte z.B. mit der #MeToo-Bewegung das Thema Sexismus im Arbeitsumfeld in
den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Andererseits begegnet man im Netz
auch sehr viel Frauenfeindlichkeit – zum Teil in extremer Form – wie die Bedrohung
und Herabwürdigung von Politikerinnen in den sozialen Medien zeigt.
„Mindestens die Hälfte der Macht“ forderte Matthias Dreikluft von
GewerkschaftsGrün. Er beschäftigte sich damit, wie Frauen der Weg in die Politik
ermöglicht werden kann, wie man die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt
voranbringen kann. Es kommt vor allem darauf an, „Freiraum zu schaffen für
politisches Engagement und nicht zusätzliche Belastung“. Dafür müssen Männer
mehr Care- und Familienarbeit leisten.
Die Moderatorin Cindy Holmberg, Landtagsabgeordnete und stellvertretende
Fraktionsvorsitzende der Grünen, stellte gut informiert die Referentinnen vor und
leitete souverän die anschließende Diskussion

hl